Düsteres Glücksspiel: Manga Kakegurui – Compulsive Gambler

In der Welt der Mangas und Animes gibt es viele beliebte Vertreter für alle Arten von Fans. Die bekanntesten, wie der mit über 400 Millionen verkauften Bänden erfolgreichste Manga aller Zeiten One Piece, aber auch Naruto oder der Klassiker Dragonball sind hierzulande vielen Leuten ein Begriff. Aber oft sind es die weniger bekannten Mangas, die einem neue Perspektiven auf das Medium bieten und mit wirklich innovativen Geschichten aufwarten. So zum Beispiel Kakegurui – Compulsive Gambler, in dem das Glücksspiel in einer Privatschule im Mittelpunkt steht; und die Frage, warum man Dinge für Geld tun sollte, wenn sie doch auch eine Leidenschaft sein können. Zu kaufen gibt es den Manga unter anderem bei Amazon. Was Kakegurui – Compulsive Gambler so faszinierend macht, wird in den folgenden Zeilen aufgeklärt.

Ungewöhnliche Schule

Kakegurui wäre mit seiner Story auch gut für einen Comic Podcast geeignet: Auf der Kyakkaou Privatschule in Japan läuft der Alltag der Schüler etwas anders ab, als die Meisten es aus der eigenen Schulzeit gewohnt sind. Hier nehmen nur die reichsten und privilegiertesten Schüler aus dem ganzen Land am Unterricht teil. Doch die Hierarchie funktioniert anders, als an anderen Schulen. Gute Noten bringen einen weder bei den Mitschülern noch den Lehrern weiter; stattdessen wird die interne Rangfolge durch ein ausgefuchstes Glücksspiel-System festgelegt, in dessen Zuge die Teilnehmer oft ihr gesamtes Vermögen aufs Spiel setzen, um eine Stufe aufzusteigen. Wer sein Geld verliert und Schulden macht, der ist ab sofort ein Sklave für die Wünsche seines Gläubigers und hat alle seine Rechte verloren – spielt er hier nicht mit, fliegt er raus. An der Spitze des knallharten Systems steht ausgerechnet die Schulverwaltung, welche jeden Aspekt des Lebens in der Akademie überwacht und die Schüler mit ständigen Zahlungsforderungen dazu zwingt, riskante Wagnisse einzugehen.

Eines Tages erscheint die geheimnisvolle Yumeko Jabami an den Pforten der Kyakkaou Schule und mischt fortan die Glücksspiel-Szene gehörig auf. Denn Yumeko verfügt nicht nur über eine starke Intuition und ein glückliches Händchen beim blutigen Russisch Roulette, im Gegensatz zu den anderen Schülern spielt sie auch nicht um Geld oder Ansehen – sondern ganz einfach zum Spaß. In vielen Aspekten erinnert Kakegurui an typische Shonen-Mangas wie Naruto oder One Piece, die bei großen Verlagen wie Carlsen gekauft werden können – nur dass die Kämpfe nicht körperlich ablaufen, sondern eben durchs Spielen.

Glücksspiel-Fest

Schüler, die gut beim Glücksspiel sind, werden durch diese Duelle schnell zu den Herren über die anderen Schüler, die daraufhin den Status „Haustier“ zugesprochen bekommen. So geht es auch Ryouta Suzui zu Beginn des Mangas. Doch dann trifft er auf die mysteriöse Yumeko, die sogleich Ryoutas Erzfeindin zu einer einzigartigen Runde Schere, Stein, Papier herausfordert – und dabei ihre Gegnerin so richtig blamiert. Im Verlauf der 12-teiligen Mangaserie, die sicher auch Fans von Studio Ghiblis Werken gefallen dürfte, wird eine ganze Reihe von faszinierenden Spielen gezeigt, darunter Poker, Zwei-Deck-Memory und besonders „Life or Death“, eine Variante von Roulette, bei der zwei Schwerter den eigenen Gewinn oder Verlust jeweils um das Dreißigfache vergrößern können! Insbesondere diese Roulette-Varianten strotzen vor Spannung und am Ende des ersten Manga Bandes geht das erste Duell für die Protagonistin zudem äußerst schlecht aus – weil ein Mitglied der Schulversammlung unrechtmäßig interveniert. Das Problem für Leser oder Zuschauer der Anime-Adaption: Man muss die gezeigten Spiele und ihre historischen Entstehungsgeschichten verstehen, ansonsten geht ein Großteil der Spannung flöten. Beispiel Roulette, von dessen Geschichte große Glücksspiel-Anbieter wie Betway natürlich einiges verstehen: Das Wort hat seinen Ursprung im Französischen und bedeutet so viel wie „kleines Rad“. Bis heute gibt es zwei Varianten, die amerikanische und die französische, welche zusätzlich zu den 36 roten und schwarzen Nummernfächern noch das grüne Null-Feld bietet. Das französische Spiel wurde an der Riviera entwickelt, die Roulettemaschine, auch Kessel genannt, stammt jedoch von den englischen Spielen Roly-Pony und Ace of Hearts ab. Ziel ist es, auf die richtige Zahl zu setzen. Wer diese Fakten nicht kennt, der kann unter Umständen die gefährlichen Roulette-Varianten, die im Manga gezeigt werden, überhaupt nicht nachvollziehen – und genau das ist vermutlich die größte Schwäche von Kakegurui. Ansonsten ist die Story zweifellos genial, Homura Kawamoto könnte durchaus bald zu den besten Mangaka zählen und Beispiele wie Kakegurui sind mit der Grund, weshalb die japanische Manga-Industrie jedes Jahr mehr als zehn Milliarden Euro umsetzt.

Guter Manga Zeichenstil

Ansonsten sieht die Sache – im wahrsten Sinne des Wortes – sehr gut aus. Der Zeichenstil ist detailliert und qualitativ hochwertig, auch die Animationen der Anime Adaption sind äußerst gut gelungen – wer lieber nicht lesen, sondern zuschauen möchte, schlägt am besten bei Playtech-Asia zu. Dazu kommt noch eine einnehmende, düstere Atmosphäre. Selbst Yumeko ist sehr ambivalent gezeichnet, ihr Charakter nicht leicht zu durchschauen – weshalb spielt die junge Frau so gerne, ohne es zu müssen? Warum ist sie an die Schule gekommen und aus welchen Gründen hilft sie Ryouta? Die Story wirft einige Fragen auf, die innerhalb der zwölf Episoden umfassenden ersten Manga-Auflage nicht alle beantwortet werden und den Leser rätseln lassen.

Fazit

Kakegurui – Compulsive Gambler ist ein düsterer Manga für alle Spielefans, der über den Verlauf der Story in seinen Bann ziehen kann. Die Duelle gegen andere Mitschüler sind ein besonderes Highlight, doch auch die vielen Fragen, die in den Bänden nur teilweise beantwortet werden, ziehen die Leser in ihren Bann. Wer einen Manga abseits des Mainstreams sucht, ist hier definitiv richtig!

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