Wie Internet und Fernsehen zusammen wachsen

Was macht ihr am liebsten in eurer Freizeit? Schaut ihr noch fern? Nutzt ihr dafür das klassische TV oder schaut ihr im Netz? Dem Freizeitmonitor zufolge ist Fernsehen nach wie vor die beliebteste Freizeitbeschäftigung der Deutschen. Laut einer Studie der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) lag die durchschnittliche Sehdauer im Jahr 2015 bei 221 Minuten pro Tag, eine halbe Stunde länger als noch im Jahr 2000. Nur bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen steht das Internet an erster Stelle der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Ich habe mich gefragt, ob die Studien die neuen Formen wie IPTV, WebTV und Video-on-Demand überhaupt berücksichtigen können. Hierbei handelt es sich nämlich um eine Mischung aus Internet und Fernsehen. Ich stelle sie euch hier kurz vor:

  • Beim IPTV – ‚Internet Protocol Television‘ – ist das Übertragungsziel der Fernseher. Dabei werden die Audio- und Videosignale des Fernsehprogramms digital über eine Breitbandinternetverbindung übertragen. IPTV liefert eine ausgezeichnete und vor allem gleichbleibende Bildqualität (auch in HD). Das TV-Angebot ist allerdings nicht öffentlich zugänglich. Es wird nur über das geschlossene Netzwerk eines Internetproviders wie beispielsweise 1&1 betrieben und für den Empfang ist eine Set-Top-Box notwendig. Neben den klassischen Fernsehprogrammen können auch Internet-TV-Programme empfangen werden.
  • Beim WebTV wird das Programm über Video-Streams im offenen Internet übertragen. Das geschieht meist über einen zentralen Server. Die Wiedergabe erfolgt mittels einer Software oder über den Internetbrowser. Dabei ist die Qualität meist weniger gut als beim IPTV und nicht immer konstant. Außer exklusiven WebTV-Sendern stellen auch die Öffentlich-Rechtlichen und die Privatsender einzelne Programminhalte in ihren Mediatheken oder auf Videoplattformen wie YouTube online zur Verfügung.
  • Video-on-Demand (VoD) bedeutet „Video auf Anforderung“. Es umfasst Online-Dienste, die den Abruf digitaler Videos per Download oder als Stream aus einer Online-Videothek ermöglichen. Neben kostenlosen Videoportalen wie YouTube existieren kostenpflichtige VoD-Dienste wie Amazon Video, Netflix und maxdome.

Wie ihr seht, lassen sich die Medien Fernsehen und Internet nicht mehr so einfach voneinander trennen. IPTV lässt sich noch am ehesten mit dem klassischen Fernsehen vergleichen. Bei WebTV und Video-on-Demand wird es schon schwieriger. Schaue ich die Videos am PC, Laptop, auf dem Tablet oder Smartphone, dann könnte man von Internetnutzung sprechen. Schaue ich hingegen auf einem SmartTV, dann sehe ich ja im Prinzip fern. Sehr verwirrend. Von der parallelen Nutzung beider Medien noch ganz zu schweigen.


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